… Sprengel für Alle

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Im Sommer 1987 besetzen junge Leute Gebäude der ehemaligen Schokoladenfabrik Sprengel in der Nordstadt von Hannover. Das Gelände wird zum Magneten für Menschen und Initiativen mit den unterschiedlichsten Motiven. Auch BürgerInnen aus dem Stadtteil unterstützen die BesetzerInnen. Bald heißt es: „Sprengel für alle“. Denn alle sind willkommen.

Der gemeinsame Kampf über die üblichen gesellschaftlichen Schranken hinweg ist die Stärke der BesetzerInnen und gleichzeitig ihre größte Herausforderung. Sie gehen ungewöhnliche Kooperationen ein, hecken grandiose Pläne und Aktionen aus und versuchen sich in improvisierten Baumaßnahmen. Doch wenn es gerade keine Konflikte mit Stadt, Staat und Polizei gibt, werden die Ressentiments untereinander zum Hauptinhalt. Mackertum und Sexismus, Drohungen und Angst bestimmen mehr und mehr den Alltag. Zudem steht das Sprengelgelände im Zentrum der Chaostage, die bundesweit und international Schlagzeilen machen. Schließlich eskaliert der Konflikt zwischen zwei verfeindeten Gruppen, den PunkerInnen und den Autonomen.

Sprengel für alle ist eine packend und witzig erzählte Kultur- und Politikgeschichte der 1980er und 1990er Jahre. Seinen Reiz entwickelt das Buch durch die radikal subjektive Perspektive einer ungewöhnlichen Erzählerin: Mit den Augen dieser ebenso eigensinnigen wie liebenswerten Einzelgängerin verfolgen die LeserInnen den Zusammenstoß verschiedener Strömungen der Polit- und Jugendkulturen. Die angesprochenen Themen sind heute, in Zeiten von steigenden Mieten und Umstrukturierungen in den Stadtteilen, so aktuell wie damals.

 

„Zum Glück gab es Punk“ ist wieder erhältlich.

Bei Amazon und auf der Seite vom Verlag steht es sei vergriffen. Das stimmt nicht. Man bekommt es beim Anna B Buchladen:   www.annabee.de/bestellen/ , im https://thegoldenshop.org/   in Bremen und bei mir.

Klappentext

Zum Glück gab es Punk. Utes Kindheit ist geprägt von Lieblosigkeit, Einsamkeit und Gewalt. Vor dem Horror der Familienverhältnisse, dem Mobbing in der Schule und dem Mief der Provinzmetropole Hannover flieht sie in Traum und Parallelwelten. Doch nachdem Besuch eines Punkkonzerts im Unabhängigen Jugendzentrum Kornstraße weiß sie, wohin die Reise gehen wird. Ute ändert ihr Leben und wird Punk. Bald ist ihr klar: Es ist nicht einfach, sich den gewalttätigen und sexistischen Strukturen der Gesellschaft zu entziehen, denn auch diejenigen, die sich dagegen stellen, kennen nichts anderes. Ute Wieners entwirft ein Sittenbild der 1960er bis 1980er Jahre. Schonungslos berichtet sie von der hannoverschen Studentenbewegung, die sie als Kind erlebte, von Straßenschlachten mit der Polizei und von den Chaostagen. Böse und ironisch erzählt sie von gewalttätigen Skinheads und Normalbürgern, von kurzzeitigen Drogenfluchten, von der Gründung der Anarchistischen Pogopartei, und zeichnet eine radikal subjektive Geschichte des Punk, nicht nur in Hannover. Ute Wieners: Jahrgang 1962, Ex-Punkerin, Ex-Hausbesetzerin, Erwerbslose und Autorin, lebt in der einst besetzten Sprengel-Schokoladenfabrik in Hannover.